{"id":2921,"date":"2020-09-10T12:14:40","date_gmt":"2020-09-10T10:14:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.maiwald.eu\/all\/maiwald-blog\/mindestgegenstandswert-im-designnichtigkeitsverfahren\/"},"modified":"2021-06-14T02:25:34","modified_gmt":"2021-06-14T00:25:34","slug":"mindestgegenstandswert-im-designnichtigkeitsverfahren","status":"publish","type":"maiwald-blog","link":"https:\/\/www.maiwald.eu\/de\/maiwald-blog\/mindestgegenstandswert-im-designnichtigkeitsverfahren\/","title":{"rendered":"Mindestgegenstandswert im Designnichtigkeitsverfahren"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Bundesgerichtshof hat k\u00fcrzlich in zwei Rechtsbeschwerdeverfahren klargestellt, dass, auch wenn der Wert des Gegenstands der anwaltlichen T\u00e4tigkeit f\u00fcr ein Designnichtigkeitsverfahren nach billigem Ermessen zu bestimmen ist (vgl. \u00a7 34a Abs. 5 Satz 2 DesignG in Verbindung mit \u00a7 23 Abs. 3 Satz 2 Halbsatz 1 und \u00a7 33 Abs. 1 RVG), der <strong>Regelgegenstandswert<\/strong> f\u00fcr ein solches Verfahren auf <strong>50.000 EUR<\/strong> festzusetzen ist, wenn es an Anhaltspunkten f\u00fcr die Bemessung des wirtschaftlichen Interesses des Designinhabers an der Aufrechterhaltung seines Designs fehlt (Beschl\u00fcsse vom 28. Mai 2020, Az. I ZB 25\/18 (BPatG) und Az. I ZB 26\/18 (BPatG)).<\/p>\n\n\n\n<p>Damit tritt der Bundesgerichtshof der wiederholt vertretenen Auffassung des Bundespatentgerichts und Teilen der Literatur entgegen, wonach der Gegenstandswert eines Designnichtigkeitsverfahrens nach \u00a7 34a DesignG h\u00f6her zu bewerten sei, als derjenige eines markenrechtlichen L\u00f6schungsverfahrens nach \u00a7\u00a7 50, 54 MarkenG. Entsprechend wurde vom Bundespatentgericht f\u00fcr das Designnichtigkeitsverfahrens, unter Hinweis darauf, dass ein eingetragenes Design sich auf die Erscheinungsform eines Erzeugnisses und damit auf das Erzeugnis selbst beziehe, w\u00e4hrend sich die Hauptfunktion der Marke, auf die Herkunft von Waren und Dienstleistungen aus einem bestimmten Unternehmen hinzuweisen beziehe, regelm\u00e4\u00dfig eine Verdopplung des im markenrechtlichen L\u00f6schungsverfahrens allgemein angenommenen Gegenstandswerts von 50.000 EUR angenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist zu begr\u00fc\u00dfen, dass der Bundesgerichtshof die Bem\u00fchungen des Bundespatentgerichts unterst\u00fctzt, einen Regelgegenstandswert auch im Designnichtigkeitsverfahren zu etablieren. Zugleich hat der Bundesgerichtshof jedoch klargestellt, dass ein solcher Regelgegenstandswert nicht ohne Weiteres doppelt so hoch zu bemessen ist, wie im markenrechtlichen L\u00f6schungsverfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist davon auszugehen, dass das Deutsche Patent- und Markenamt sowie das Bundespatentgericht k\u00fcnftig in Designnichtigkeitsverfahren einen Regelgegenstandswert von 50.000 EUR zugrunde legen werden, was angesichts der bisher teils auch deutlich geringeren Gegenstandswerten in solchen Verfahren allgemein zu einer Erh\u00f6hung des Kostenrisikos f\u00fcr die Beteiligten f\u00fchren d\u00fcrfte.<\/p>\n","protected":false},"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"class_list":["post-2921","maiwald-blog","type-maiwald-blog","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.maiwald.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/maiwald-blog\/2921","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.maiwald.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/maiwald-blog"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.maiwald.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/maiwald-blog"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.maiwald.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/maiwald-blog\/2921\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.maiwald.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}